«Wir kritisieren und bekämpfen nicht nur schlechte Vorlagen, sondern bringen eigene, konstruktive Vorschläge in die Wohnpolitik ein»: So schildert Damian Hunkeler, Präsident des HEV Luzern, die Rolle des Verbandes mit 17'200 Mitgliedern.
Neuer Gebäudetyp E
Der HEV Luzern fordert den in Deutschland entwickelten «Gebäudetyp E» – das «E» steht für «einfaches oder experimentelles Bauen». Damit soll Bauen kostengünstiger und effizienter werden, ohne die gesetzlichen Anforderungen (Sicherheit, Gesundheit, Statik, Brandschutz) zu ritzen. Für Kantonsrätin Jasmin Ursprung (SVP), Ressortchefin Politik beim HEV Luzern, eine notwendige Korrektur zu den heute komplexen, übertriebenen Vorschriften. «Der Bau von Wohnraum muss einfacher, schneller und günstiger werden», sagt sie. Die zunehmende Komplexität von Normen, technischen Standards und administrativen Anforderungen verteuern und verlangsamen die Schaffung von Wohnraum. «Haben wir doch endlich den Mut und die Kraft zum Entschlacken!»
Breite Unterstützung
Der HEV Luzern ist mit dieser Forderung nicht allein. Der Bund Schweizer Architekten BSA begrüsst in seinem Positionspapier «Einfach besser bauen» den Gebäudetyp E. Nicht genug damit: Im Luzerner Stadtparlament ist ein entsprechender Vorstoss von Architekt Luzi Andreas Meyer (Die Mitte), Vorstandsmitglied des HEV Luzern und eigentlicher Treiber dieses neuen Ansatzes in der Zentralschweiz, einstimmig überwiesen worden. Meyer: «Die Einstimmigkeit im Stadtparlament für das Anliegen ist unüblich und beeindruckend.»
Wohneigentum für den Mittelstand
In einem zweiten dringlichen Postulat verlangt Damian Hunkeler (FDP), dass die Wohneigentumsförderung gemäss Bundesverfassung und dem kantonalen Gesetz zur Wohnbau- und Eigentumsförderung endlich umgesetzt wird. «Eine deutliche Mehrheit wünscht sich in Umfragen Wohnen in den eigenen vier Wänden.» Deshalb brauche es neben der Förderung von bezahlbarem Mietwohnraum Massnahmen zur Förderung des selbstgenutzten Wohneigentums. Hunkeler will, dass die Förderinstrumente und entsprechenden finanziellen Mittel auch für mehr preiswertes Wohneigentum eingesetzt wird. «Wir wollen, dass sich auch der Mittelstand Wohneigentum leisten kann.»
Dringlichkeit ist gegeben
Der Zeitpunkt für neue, konstruktive Lösungen in der Luzerner Wohnpolitik könnte besser nicht sein: Der Regierungsrat lehnt die SP-Wohnrauminitiative ab und will Parlament und Volk einen Gegenvorschlag unterbreiten. Dieser wird in den nächsten Monaten verwaltungsintern erarbeitet. Handelt tut deshalb Not: Die überparteilichen Vorstösse des HEV Luzern werden in der September-Session dringlich eingereicht, damit sie rechtzeitig in den politischen Prozess der Entstehung des Gegenvorschlags aufgenommen werden können.

